So, jetzt ist es doch passiert: Entgegen meiner festen Absicht, kein Produkt mehr mit vorinstalliertem Windows zu kaufen wurden wir auf Grund des günstigen Preises doch schwach: Meine bessere Hälfte war gestern beim Discounter um das Medion Akoya Mini E1212 mitzunehmen. Es war eine Stunde nach Ladenöffnung und es gab noch welche. Nicht mehr in weiß, allerdings, nur noch in Silber und Schwarz. Ein Silbergraues ist es denn auch geworden.
Und natürlich kann ich mit dem vorinstallierten Windows XP nichts anfangen. Meine Anfrage bei Medion nach einer Rückerstattung der Lizenz wurde kurz und bündig beantwortet: Man erhält den vollen Kaufpreis zurück, wenn man das Gerät zurückbringt. Microsoft-Betriebssystem und Gerät stellten eine Einheit dar. Na gut, dann ist halt die erste Amtshandlung: Windows EULA-Vereinbarung ablehnen. Danach kann man den Rechner noch herunterfahren, beim erneuten Hochfahren fragt der Rechner wieder, ob man denn den Nutzungsvertrag akzeptieren möchte. Das Spiel kann man beliebig oft wiederholen. Auf Dauer wird das aber langweilig. Deshalb gleich weiter zum nächsten Schritt:
Es geht flüssig weiter: Bootbaren USB-Stick erstellen. Das funktioniert verblüffend einfach: Auf meinem zweiten Rechner mit Kubuntu 8.10 usb-creator installieren und aufrufen. Dort kann man angeben, dass man ein ISO-Image auf einen USB-Stick schreiben möchte, um davon zu booten. Vor wenigen Jahren war hier noch sehr viel Handarbeit angesagt. Jetzt reduziert sich das auf: Auswählen des Images der Kubuntu-Installations-CD, auswählen des USB-Sticks, und starten. Vorher auf dem Stick vorhandene Inhalte werden dabei gelöscht. Ggegebenenfalls also vorher sichern.
Anschließend den Akoya Mini einschalten, mit F11 ins Bootmenü wechseln, den USB-Stick als Bootmedium auswählen. man hat anschließend mehrere Möglichkeiten. Ich habe zunächst einmal das Live-System aufgerufen, um zu sehen, ob Sound, Grafik etc. auch funktionieren. Der Test verlief Positiv, also habe ich “Installieren” ausgewählt.
Als Sprache wählte ich “Deutsch”, Als Partitionierung wünschte ich, dass Ubuntu die gesamte Platte verwendet, ansonsten richtete ich noch einen Nutzer ein und verwendete im weiteren die Default-Einstellungen. Das Benutzen der gesamten Platte überschreibt dabei natürlich alle Partitionen auf der Platte, also auch eine eventuell vorhandene Rescue-Partition. Das Wiederherstellen von Windows würde dadurch gegebenenfalls schwieriger, falls man das bräuchte. Aber das braucht man ja nicht
Beim Partitionieren kamen zwei Fehlermeldungen, ich gehe allerdings davon aus, dass noch der Tatsache geschuldet sind, dass sich die verwendete Distribution noch im Alpha-Status befindet. Anschließend lief die Installation normal weiter.
Fertig installiert brauchte es noch einen Neustart, um im neuen System zu arbeiten. Dann ein kurzer Check:
- Die Akkuanzeige funktioniert, man kann auch verschiedene Energiesparzustände auswählen.
- Der Sound funktioniert.
- Die Spezialtasten funktionieren:
-Die Webcam lässt sich ein/ausschalten
-Der Sound lässt sich regeln/stummschalten
-Das WLAN lässt sich aktivieren/deaktivieren
Am WLAN glaubt ich übrigens zunächst auch zu scheitern, allerdings war mein kleiner Fehler nur der, dass ich das WLAN nicht per Funktionstaste aktiviert hatte.
Fazit: Linux ist auch nicht mehr das, was es mal war: Keine Konfigurationsdateien im Editor bearbeitet, kein ndiswrapper für das WLAN, keine X-Server-Konfigurations-Kopfstände. Alles funktioniert so, wie es soll. Das kann natürlich alles auch daran liegen, dass die Mobilrechner mit Atom-Prozessor von haus aus gut mit Linux zurechtkommen. Aber es beeindruckt und freut mich trotzdem.
| [aartikel]3827327520[/aartikel] | Gleiches Modell, allerdings kleinerer Akku: [aartikel]B001H30PZE[/aartikel] |
Schlagworte: Akoya Mini, E1212, Jaunty Jackalope, Ubuntu, Windows XP Refund
Moin, kannst du ein bisschen mehr Details zur Webcam und WLAN schreiben? Ich hab jetzt ne lauffaehige ubuntu 8.10 live vom stick booten koennen mit engl tatsatur, aber kein wlan. wie testet man das?
Mit 8.10 könnte das schwierig werden. Verwendet habe ich Jaunty, also 9.04, die aktuelle Alpha-Version. In Intrepid Ibex (8.10) fehlt noch das Kernel-Modul rt2860sta, das sich um das WLAN kümmert.
Hier:
http://forum.ubuntuusers.de/topic/ralink-rt2860-unter-ibex/
gibt es weitere Hinweise und zwei Lösungsansätze (ndiswrapper oder ibex-Kernel von array.org).
Bei der Webcam ist uvcvideo das verwendete Kernelmodul. Getestet habe ich das dann mit Kopete, da kann man im Einstellungsdialog mal testweise das Kamerabild anzeigen lassen…
Ja, 8.10 macht wirklich Schwierigkeiten. die .7 Kernel Veriosn funktioiniert bestens, der einzelne WLAN Treiber der im Netz kullert aber macht das WLAN flott. Allerdings bringt ein update auf Kernel .11 das Problem, dass LAN nicht mehr geht. Mehr dazu im forum. Danke für die Antwort.
Hi,
deine Erzählung ist sehr amüsant zu lesen.
Habe gestern auch ?buntu 8.10 via USB installiert.
Funzt alles out of the box, … außer WLAN.
Na ja heute abend nocht was mit dem rt2860sta-Modul frickeln und dann lüppt dat och.
ru
[...] nicht kommen, da ich an dem Datum noch einen weiteren Termin habe. sonst hätte ich natürlich mein neues kleines Mini-Notebook mitgenommen, mit dem ich momentan sehr genau die Entwicklung von Ubuntu Jaunty [...]