Nachdem unser Freund Metty von seinen Erlebnissen beim Autokauf berichtet hat, die wir vor einem knappen halben Jahr so ähnlich durchlebt haben, wollten wir natürlich auch nicht zurückstehen und die interessierte Menschheit an unseren Überlegungen zum Küchenkauf teilhaben lassen.
Grundüberlegungen Einige wenige grundsätzliche Überlegungen sollte man vorab treffen, sonst wird die Suche nach einer Küche völlig unübersichtlich: Baue ich selber auf, oder lasse ich aufbauen? Ziemlich lange haben wir uns mit dieser Frage herumgeschlagen. Ein entscheidender Hinweis kam dann von einem Arbeitskollegen, der kürzlich ein Haus gebaut hatte. Zitat: “Ich hab mir die Küche liefern und aufbauen lassen, und ich hatte nicht den Eindruck, dass sich die Herren, die das gemacht haben, gelangweilt haben”. Das war schon mal ein gewichtiges Argument: Wenn zwei Leute, die den ganzen Tag nichts anderes tun als Küchen aufzubauen, damit einen ganzen Tag verbringen können, dann würde ich locker schätzen, dass ich als Laie mit 2-3 Freunden mal locker eine ganze Woche damit zubringen kann. Richtig bestätigt fühlte ich mich in meiner Meinung, als ich durch den IKEA in Fürth in Richtung Kassen geschlendert bin, und dort auf ein Paar traf, das offensichtlich eine IKEA-Küche zum Ausgang bugsierte. Zu zweit. auf sieben Wägen verteilt. Nö, das brauche ich nun wirklich nicht.
Zwei Greenhörner ziehen losSchon als wir vor eineinhalb Jahren in die neue Wohnung gezogen sind haben uns unsere alten Küchenmöbel richtig angeödet. Es half aber alles nichts, wir haben sie erst einmal mitgenommen. Damals fand auch der Erstkontakt zu einigen Möbelhäusern statt, die allesamt auch günstig planen konnten. Aber eine erste Lektion, die wir lernen mussten: Nicht alles, was im Prospekt so günstig angeboten wird, ist auch in der Tat so günstig: In Prospekten findet sich meist der Abholpreis. Lieferung und Montage kosten nicht wenig extra. Und oft kann man die Küchenzeile, die das Möbelhaus im Angebot verkauft, nicht so übernehmen, weil der Architekt, der das Haus vor 50 Jahren geplant hat, ein großes Fenster genau dahin geplant hat, wo sich bei den meisten Standardküchenzeilen Hängeschränke befinden. Und nach kurzem Umplanen waren dann die meisten Anbieter wieder in der Preisregion von frei geplanten Küchen.
Online-Planer Für Küchenplanende haben viele Anbieter auf ihren Webseiten Online-Planer im Angebot, oder kleine Programme, die man sich zum Planen herunterladen kann. Ein nettes Spielzeug, aber auch nicht mehr. Schon bei der Raumeinrichtung scheitert es bei vielen daran, dass die Türen nicht genau geplant werden können, sondern nur eine kleine Anzahl von Türabmessungen vorhanden ist. Oft ist das Raster, in dem man planen kann, zu ungenau. Man kann sich damit einen ersten Eindruck verschaffen, aber nicht viel mehr. Auch die Stücklisten, die man sich bei einigen dieser Planer generieren kann sind nicht unbedingt hilfreich. Es fehlen dann so Kleinigkeiten wie der Besteckeinsatz für die Schublade, die Armatur für’s Spülbecken, etc…
Planungsansätze Jeder “Küchenfachberater” ist anders. Das macht die Planung recht spannend. Wir hatten immer unseren selbst vermessenen Plan von der Küche dabei. Der diente als Grundlage für die Planung. Bei einem Händler suchten wir erst das Modell der Küche aus, dann gaben wir ihm die Maße, und der plante uns eine Küche, die wir uns, nachdem wir einen Cappuccino zu uns genommen hatten, anschauen konnten. Das war sympathischer als das Vorgehen der meisten anderen Berater, die die Planung “live” am Rechner durchgeführt haben. Man sitzt dann dem Berater gegenüber, und der klickt mehr oder weniger geschickt auf dem Rechner herum. Der Vorteil daran: Man sieht die Küche entstehen, der Nachteil: wenn der Berater zu sehr mit dem Programm kämpft, ist er zu sehr damit beschäftigt und hat für den Kunden keine Zeit mehr. Wieder ganz anders lief es bei einem weiteren Berater, der zu Beginn der Planung einen Block mit Millimeterpapier zückte, und mit einer Schablone froh vor sich hin plante. Sehr angenehm: Im Gegensatz zu einem Computerprogramm wechselt eine Schablone nicht plötzlich die Richtung oder verhält sich sonst irgendwie undefiniert. Der Berater hat die Zeit, die Küche gemeinsam mit dem Kunden zu entwickeln. Diese Variante gefiel uns also am besten. Aber hier muss jede/jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Da sind die Geschmäcker sicher verschieden.
Vergleich “50% Rabatt auf alle freigeplanten Küchen”, “Geschirrspüler gratis dazu”, und so weiter heißt es in der Werbung. Wenn ich so was sehe kommt mir immer nur der Spruch “Rabatt, Rabatt, das lass Dir sagen, ist immer vorher aufgeschlagen.” Im Endeffekt wird ja doch alles vom Kunden bezahlt. Vergleichen kann man daher nur das, was man insgesamt bekommt. Und da kann es dann durchaus sein, dass der Händler, der die Spülmaschine einzeln rechnet günstiger kommt als der, der den Preis schon vorher aufgeschlagen hat. Ungeheuer schwer hat man es als Laie, die Qualität der angebotenen Küchen zu vergleichen. Ansatzweise gelingt das, wenn man sich die Scharniere und die Führungen der Schubladen anschaut. Da gibt’s schon unterschiede, ob viel Plastik oder ob eher Metallteile verbaut wurden. Auch die Dicke der Einlegeböden kann man sich anschauen und gut vergleichen. Richtig gut kann man hingegen die Elektrogeräte vergleichen. Und da tun sich wirklich Abgründe auf. Kein Elektromarkt käme heute noch auf die Idee, einen Kühlschrank mit Energieeffizienzklasse B in einen Werbeprospekt als besonders günstiges Angebot zu drucken. Bei günstigen Küchen scheint man gerne an den Elektrogeräten zu sparen. Schade, denn was man da beim Einkauf spart, zahlt man hinterher über die Stromrechnung. Auch wenn einem das so mancher Verkäufer auszureden versucht.
Fazit Es ist mühsam, sich als Laie eine neue Küche kaufen zu wollen. Vor allem, wenn man als zusätzliche Randbedingung die Aussicht hat, dass man schon in wenigen Jahren wieder aus der Wohung ausgezogen sein wird. Ein wenig Spaß hat der Küchenkauf dann aber doch gemacht. Letztenendes ist es eine Küche (Achung, jetzt kommt Werbung) aus dem Plana-Küchenland Würzburg geworden. Obwohl sie preislich eher am oberen Limit dessen waren, was wir bereit waren, auszugeben. Warum wir uns dennoch dafür entschieden haben: Die Qualität, soweit wir sie beurteilen konnten schien uns sehr gut zu sein. Und die Beratung war erstklassig. Unser Berater, Herr Wilhelm, ging auf unsere Bedürfnisse ein, ohne, dass er uns etwas aufschwatzen wollte. Außerdem war er tatsächlich der einzige, der uns eine Spüle eingeplant hat, bei der die Armatur so gesetzt werden kann, dass man danach noch beider Fenster öffnen kann. Schließlich waren die Elektrogeräte noch sehr einfache, aber sehr gute, Markengeräte.
GeliefertAls Termin war angekündigt: Lieferung der Küche am 25. 6., zwischen 7 und 12 Uhr. Aufbau am 25. und gegebenenfalls 26.6. Um drei Minuten vor sieben klingelte es an der Türe, die Lieferung der Küche war um 8 Uhr komplett. Um 9 Uhr kamen die Monteure. Die waren am Nachmittag schon fertig. Alles saß perfekt, die Abmessungen stimmten. Mittlerweile ist die Küche auch eingeräumt und getestet. Kurzum: Alles so, wie es sein muss!
Update: Jetzt zwei Bilder:
Der Metty hat zwar in seinem Artikel auch mit Bildern gegeizt, aber ein Foto von der Küche wäre schon interessant. Man ist ja neugierig
[...] küchenlose Zeit, die, wie Clou ja bereits berichtet hat, mittlerweile vorbei ist, hatte auch so ihre Nebenwirkungen, die ich nicht vorenthalten [...]
Tolle Werbung für Plana, da fehlt ja nur noch die Tel.-Nr.
ein Schelm der Arges dabei denkt, f.G.
@Günther: Ich war aber wirklich zufrieden. Warum sollte ich das nicht schreiben dürfen?
[...] ich meiner Frau mir meine Frau eine neue Küche gekauft hat verbringe ich beeindruckend viel Zeit dort. Die Küchenmaschine und die dazu passende [...]
[...] ich meiner Frau mir meine Frau eine neue Küche gekauft hat verbringe ich beeindruckend viel Zeit dort. Die Küchenmaschine und die dazu passende [...]
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